Die folgende Anleitung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist natürlich nicht der Weisheit letzter Schluß. Ich hafte nicht für etwaige Schäden.

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Horizon 202 - Dichtungen wechseln
Kamera auseinanderbauen:

Die Dichtungen sind gut versteckt. -
Um die Gehäusevorderseite entfernen zu können, müssen die Libelle (Wasserwaage über dem Sucher) und die Handgriffhalterung entfernt werden.

Die Libelle lässt sich z. B. mit den zwei Spitzen einer Schere oder Pinzette herausschrauben. Der Ring für den Handgriff wird durch drei Schrauben gehalten, darunter sind ein Plättchen und eine Feder (!). Die vordere Gehäuseschale wird im Grunde nur durch zwei Schräubchen festgehalten.

Die eigentlichen Dichtungen stecken auf beiden Seiten in kleinen "Schächten". - Man kann sie mit Hilfe einer kleinen Zange oder Pinzette herausziehen - allerdings sind sie wohl festgeklebt worden, weshalb dies nicht ganz ohne Gewalt geht. Etwaige Schaumstoffreste müssen mit einem langen dünnen Holzstäbchen o.ä. herausgekratzt werden. Auch von der Optik-Seite kann man per Pinzette an die Reste herankommen - je nachdem, welche Seite an der Reihe ist, muss die Kamera aufgezogen oder ausgelöst sein.
Unversehrt sehen die 45mm langen Original-Dichtungen so aus. - Ein Stück Samt (ähnlich wie bei Dichtungen an KB-Patronen) mit recht hartem Trägermaterial wird durch einen aufgeklebten Schaumstoffstreifen an die Trommel gedrückt - das ist alles.

Schaumstoffe gibt es in Hülle und Fülle - eigentlich sollte es kein Problem sein, einen ähnlichen (recht großporig und steif) zu finden. Ich wurde bei der alten Verpackung eines RAM-Riegels fündig ... - Für die eigentliche Dichtung muss man sich in eine Kurzwaren-Abteilung begeben:
Samtband kostet nicht viel und liegt bereits in der richtigen Breite (9mm) als Meterware vor. Die feinen Härchen könnten
zwar noch eine Idee länger sein, aber es funktioniert trotzdem (wer etwas besseres kennt - bitte melden).

Ich habe den Rücken des Bandes mit zwei Lagen "Diskettenfolie" (der eigentliche Datenträger bei einer Diskette) verstärkt und den Schaumstoffstreifen mit doppelseitigem Klebeband darauf befestigt.

Die fertige Dichtung sollte so steif sein, dass man sie vorsichtig und leicht zusammengepresst (der Schaumstoff soll ja durch Ausdehnung das Samtband an die Trommel drücken) in den Schacht hineinbekommt.

Belichtungstest
Ein Testfilm ist natürlich Pflicht. - Der Andruck der Dichtungen spielt kaum eine Rolle, da die Trommel eine recht große Masse besitzt und die Feder recht kräftig zieht. Wenn man sich halbwegs an die Vorgaben der Original-Dichtungen hält, sollte sich an den Belichtungszeiten nichts verändern.